Die 7 Steuerfehler, die Finanzberater häufig machen (und wie du sie vermeidest)
Finanzberater unterstützen ihre Kunden täglich bei wichtigen finanziellen Entscheidungen. Sie analysieren Vermögen, entwickeln Strategien und helfen dabei, langfristige Ziele zu erreichen. Doch wenn es um die eigenen Unternehmensfinanzen geht, bleibt die steuerliche Planung häufig im Hintergrund.
Das ist verständlich: Der Fokus liegt auf Kunden, Vertrieb und Wachstum. Die eigene Buchhaltung und Steuerstrategie laufen oft nebenher.
Genau hier entstehen jedoch häufig Chancen, die ungenutzt bleiben.
In der Zusammenarbeit mit Selbständigen und Finanzdienstleistern zeigt sich immer wieder: Es sind selten die großen steuerlichen Fehler, die Probleme verursachen. Häufig sind es viele kleine Entscheidungen, die über das Jahr hinweg den Unterschied machen.
In diesem Beitrag zeigen wir die häufigsten steuerlichen Herausforderungen von Finanzberatern und worauf erfolgreiche Unternehmer achten.
Steuerplanung beginnt zu spät
Einer der häufigsten Fehler: Das Thema Steuern wird erst dann relevant, wenn der Steuerbescheid kommt.
Zu diesem Zeitpunkt ist das vergangene Jahr jedoch bereits abgeschlossen weder Einnahmen noch Ausgaben können noch verändert werden.Wir sprechen häufig mit Finanzberatern, die sich nicht im laufenden Jahr mit Steuern beschäftigt haben und die deshalb deutlich höhere Steuern zahlen müssen, vor allem, wenn sie sich selbst darum kümmern wollen.
Dabei kann man ziemlich schnell die Steuerlast herausfinden und sinnvolle Dinge planen:
- Über den Rechner vom Bundesministerium für Finanzen kann man schnell die Einkommensteuerlast herausfinden und damit ungefähr planen, zumindest als Einzelunternehmer.
- Sind Investitionen geplant? Sollten diese lieber dieses oder nächstes Wirtschaftsjahr berücksichtigt werden?
- Gibt es sinnvolle Gestaltungsmöglichkeiten oder sogar Anpassungen der Unternehmensstruktur?
Erfolgreiche Unternehmer warten nicht auf die Steuererklärung. Sie planen voraus.
Betriebsausgaben werden nicht konsequent genutzt
Viele Finanzberater kennen die klassischen Betriebsausgaben:
- Büro
- Telefon
- Fahrzeug
- SoftwareDoch gerade in digitalen Geschäftsmodellen gibt es zahlreiche weitere Kosten, die häufig nicht ausreichend berücksichtigt werden:
- Beratungssoftware
- Website und Online-Marketing
- Weiterbildungen
- technische Ausstattung (auch Laptops)
- Fachliteratur
- Netzwerke und EventsWichtig dabei ist natürlich, nicht möglichst viele Kosten zu produzieren, sondern welche Investitionen sinnvoll sind und ob Ausgaben, die sowieso anfallen, auch steuerlich berücksichtigt werden könnten?
Dabei sind natürlich auch Bewirtungskosten (Essen gehen mit potenziellen Kunden, Vertriebspartnern und co) relevant.
Private und geschäftliche Ausgaben werden nicht sauber getrennt
Gerade bei Einzelunternehmern oder jungen Selbständigen entstehen schnell Vermischungen. Ein privates Konto wird für geschäftliche Ausgaben genutzt. Belege fehlen. Die Zuordnung einzelner Kosten wird schwierig.
Das kostet nicht nur Zeit in der Buchhaltung, sondern erschwert auch den Überblick.
Eine saubere Struktur hilft:
- separates Geschäftskonto
- klare Ablage von Belegen
- digitale Prozesse
- regelmäßige Kontrolle der ZahlenDie eigene Buchhaltung sollte nicht nur eine Pflicht gegenüber dem Finanzamt sein, sondern ein Werkzeug für bessere Entscheidungen.
Die Unternehmensstruktur wird nicht regelmäßig überprüft
Viele Finanzberater starten als Einzelunternehmer.
Das ist häufig sinnvoll: Zum Start ist es unkompliziert und der Verwaltungsaufwand bleibt überschaubar.
Mit wachsendem Erfolg verändert sich jedoch die Situation. Steigende Gewinne, Mitarbeiter, Investitionen oder langfristige Unternehmensziele können Gründe sein, die aktuelle Struktur zu überprüfen.
Die Frage ist nicht: “Ab welchem Umsatz muss ich eine GmbH gründen?”
Die bessere Frage lautet: “Passt meine aktuelle Struktur noch zu meinen Zielen?”Eine Rechtsform sollte nicht einmalig entschieden werden und dann nie wieder betrachtet werden, sondern regelmäßig geprüft werden.
Reisekosten und Kundentermine werden nicht optimal dokumentiert
Finanzberater sind häufig unterwegs:
- Kundentermine
- Veranstaltungen
- Netzwerkveranstaltungen
- WeiterbildungenGerade bei vielen einzelnen Terminen fehlt jedoch manchmal die notwendige Dokumentation. Eine gute Organisation spart später viel Aufwand. Nachvollziehbar sollten folgende Informationen sein:
- Anlass der Reise
- Ziel
- Datum
- entstandene Kosten (ggf. auch km-Pauschalen)Digitale Lösungen können hier helfen, Prozesse einfacher und effizienter zu gestalten.
Der eigene Unternehmerstatus wird unterschätzt
Viele Finanzberater sehen sich in erster Linie als Berater und Vertriebler. Dabei sind sie eigentlich Unternehmer.
Das bedeutet: Sie müssen nicht nur Kunden beraten, sondern auch das eigene Unternehmen entwickeln. Dazu gehören:
- finanzielle Planung
- Liquiditätsmanagement
- Steuerstrategie
- Investitionsentscheidungen
- DokumentationDie erfolgreichen Unternehmer beschäftigen sich nicht nur damit, mehr Umsatz zu erzielen. Sie achten auch darauf, was von diesem Umsatz langfristig übrig bleibt.
Fazit: Gute Steuerberatung bedeutet mehr als eine Steuererklärung
Eine Steuererklärung zeigt, was in der Vergangenheit passiert ist. Eine strategische Steuerberatung unterstützt dabei zukünftige Entscheidungen besser zu treffen.
Gerade für Finanzberater, die täglichen andere Menschen bei finanziellen Themen begleiten, sollte die eigene Unternehmensstruktur nicht vernachlässigt werden.
Wer frühzeitig plant, seine Zahlen versteht und steuerliche Entscheidungen aktiv trifft, schafft eine bessere Grundlage für nachhaltiges Wachstum.
Über Z Beratung
Z Beratung unterstützt Selbständige und Finanzdienstleister dabei, steuerliche Themen verständlich zu machen und ihr Unternehmen strukturiert weiterzuentwickeln. Der Fokus liegt auf einer persönlichen Beratung, die über reine Steuererklärung hinausgeht.